HELIOS Klinik Attendorn

Informationen zur Anästhesie

Liebe Patientin, lieber Patient,

 

Anästhesie heute ist mehr als nur Schlafwagenschaffner – wir verstehen uns als Dienstleistungszentrum für die medizinische Betreuung während einer Operation. Den ersten Kontakt zu uns haben Sie in unserer Anästhesieambulanz oder auf der Station zum sogenannten Prämedikationsgespräch:

 

Unsere Ärztinnen und Ärzte legen mit Ihnen nach Erhebung der Krankengeschichte und der Vorbefunde das für Ihre Operation vorgesehene Narkoseverfahren fest. Wir klären Sie über alternative Verfahren auf, aber auch über Risiken und Nebenwirkungen. Dabei wollen wir Ihnen als mündigem Patienten alle offenen Fragen beantworten.

 

Bitte bringen Sie zur Prämedikation folgende Unterlagen mit:

  • Name, Adresse und Telefonnummer Ihres Hausarztes
  • Eine vollständige Liste Ihrer Medikamente, einschließlich des Namens, der Dosierung, wie oft und zu welcher Tageszeit Sie das Medikament nehmen
  • Eine Liste vorangegangener Operationen, deren Daten, sowie eventuell aufgetretener Narkosekomplikationen.
  • Arztbriefe/Untersuchungsbefunde von Hausarzt/Fachärzten, EKG, Herzkatheteruntersuchungen der letzten fünf Jahre, welche nicht an unserem Krankenhaus vorgenommen wurden.

 

Wir führen alle modernen Formen der Regionalanästhesie (= Teilbetäubungen) wie auch der Allgemeinnarkosen durch, zum Teil auch als kombinierte Verfahren. Durch unsere hochspezialisierte Tätigkeit und unsere technische Ausrüstung bieten wir Ihnen die heute größtmögliche Sicherheit. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwenden zur Überwachung Geräte zur Kontrolle aller lebenswichtigen Organfunktionen: des Blutdrucks, der Herzaktivität, der Sättigung des Blutes mit Sauerstoff sowie des CO2-Gehaltes im Körper.

 

Bei der Vollnarkose werden Schlaf- und Schmerzfreiheit durch die Auswahl geeigneter Medikamente sichergestellt. Bei den Verfahren der Regionalanästhesie bzw. der Nervenblockaden werden einzelne Körperbezirke für die Dauer der Operation ausgeschaltet, wobei der Patient selber wach bleiben kann. Wir praktizieren diese Methoden sowohl als Einzelverfahren für die Dauer der Operation, wie auch als kontinuierliche Verfahren (mit Kathetern) für die Behandlung postoperativer Schmerz. Dabei kann durch gezielte Medikamentengabe in das entsprechende Gebiet ermöglicht werden, dass bereits kurz nach der Operation krankengymnastische Übungen möglich sind.

 

Neben der Akutschmerztherapie werden von uns Patienten aller Abteilungen im Hause bei speziellen Schmerzproblemen betreut. In Zusammenarbeit mit der orthopädischen Abteilung ist die Behandlung chronischer Rückenschmerzen mit PDA-Katheter möglich. Weiterer Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist die Schmerzausschaltung während der Geburt im Kreißsaal.

 

Geburtshilfliche Anästhesie

Unsere Anästhesieabteilung bietet im Zusammenarbeit mit der geburtshilflichen Abteilung einen Schmerzdienst im Kreißsaal an. Dort wird der Wehenschmerz durch eine minimale Portion eines örtlichen Betäubungsmittels unterdrückt (Peridualanästhsie, PDA).

 

Dazu wird über eine Hohlnadel ein kleiner Katheter (winziger Schlauch) unter örtlicher Betäubung in den sogenannten Periduralraum eingebracht. Das dadurch verabreichte Medikament gelangt innerhalb von zehn Minuten zu den Nervenwurzeln, wo es seine Wirkung entfalten kann. Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass so lange Medikamente gegeben werden können, bis das Kind geboren ist.

 

Bei einer anderen Form der Betäubung, der Spinalanästhesie, wird das Medikament über eine sehr dünne Nadel direkt in den Bereich gespritzt, in dem sich auch das Rückenmark befindet. Dabei wird auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Nervenfasern geachtet. Dadurch wird die untere Körperhälfte vorübergehend vollständig betäubt. Die Spinalanästhesie wirkt sehr schnell, da das Medikament seine Wirkung direkt an den Nervenwurzeln entfalten kann. Diese Methode bevorzugen wir für die Geburt per Kaiserschnitt. Da ihre Wirkung sehr schnell eintritt, bietet dieses Verfahren die Möglichkeit, eine ausreichende Schmerzausschaltung ohne lange Unterbrechung der Geburtsüberwachung zu gewährleisten, so dass die werdende Mutter (evtl. auch der Vater) die Geburt miterleben können.

 

Bei Verfahren der Regionalanästhesie (Rückenmark- oder Periduralanästhesie) gestatten wir den Vätern, mit in den OP zum Kaiserschnitt zu kommen und so ein gemeinsames Geburtserlebnis zu haben. In den Fällen, in denen es aus besonderen Gründen extrem schnell zur Schnittentbindung kommen muss, oder bei Patientinnen, die dies ausdrücklich wünschen, bieten wir selbstverständlich auch Vollnarkosen an.

 

Alle diese Fragen werden, falls sie in der Elternschule der Hebammenpraxis Simon an den Geburtsvorbereitungskursen teilnehmen, in einer besonderen Veranstaltung durch den Chefarzt der Anästhesieabteilung mit Ihnen besprochen.

 

Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch sonst die Möglichkeit, für besondere Problemsituationen einen Gesprächstermin mit uns zu vereinbaren.

 

 

 



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